ZIRKUS

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  • 15. Mai 2012

    Pete Philly

    Pete Philly.Musiker.

    2009 ist ein gutes Jahr für Pete Philly&Perquisite. Das nierländische Hip-Hop-Duo begibt sich in die USA, um die Tournee, die die beiden ein Jahr zuvor quer durch Europa führte, erfolgreich fortzusetzen. 2007 erscheint das zweite Album “Mystery Repeats”. Seitdem schwirren Lieder wie die gleichnamige Singleauskopplung “Mystery Repeats” oder “Time Flies” durch Radios, Fernseher, Konzertsäle und von dort aus direkt in unsere Ohren. Doch im Herbst 2009, am Zenit angekommen, soll alles schon wieder vorbei sein. Im September 2009 startet die letzte Tour, am 29. Oktober 2009 findet das offiziell letzte Konzert der beiden statt und es steht fest: Ein drittes Album und eine Weiterführung von Pete Philly&Perquisite wird es vorerst nicht geben. Kurz wurde es etwas ruhig um die beiden, doch schon 2011 ließ Pete verlauten, dass er an einem Soloalbum arbeitet. Das ist jetzt fertig. Und beweist, dass der Sänger mit der begnadeten Stimme, der ursprünglich aus Aruba kommt, einer kleinen Insel der südlichen Karibik, es versteht seine Hörer auch alleine zu begeistern. Das zwar mittlerweile in etwas weniger Hip-Hop-lastiger Manier, dafür aber mit nicht minder eingängigen Klängen, die vor allem eines haben: eine Menge Soul. “One” heißt Pete Phillys Soloalbum, das auf dem deutschen Markt seit Ende Januar erhältlich ist. Getreu diesem Albumtitel, habe ich ihm ein paar Fragen im Anschluss an sein Konzert im Berliner Festsaal Kreuzberg gestellt.

    Zum Interview

    Interview

    EIN Tag an einem Ort oder in einer Stadt. Wo wärst Du?

    Momentan würde ich den Tag in Aruba verbringen. Das ist eine kleine Insel in der Karibik, wo ich aufgewachsen bin. Ich vermisse meine Heimat gerade. Ich brauche ein paar karibische Vibes (lacht).

    EIN Tag frei. Was tust Du?

    Lieder schreiben, Fernsehen gucken, zu Hause chillen – ganz entspannt.

    EIN Tag ohne Musik…

    ist vollkommen ok, solange ich dann die Zeit habe mich zu erkundigen, was meine Kollegen gerade treiben. Sprich Interviews mit anderen Kreativen lesen, sehen, was gerade passiert und was sie machen.

    EIN Mensch, der Dich nachhaltig beeinflusst hat?

    Method Man und Miles Davis.

    Die EINZIG wahre Liebe?

    Ich denke, dass Liebe letztlich in allem steckt, wenn Du sie zulässt.

    EINE Sache, die neu an Deiner Musik ist, EINE Sache, die geblieben ist…

    Dass ich nun alles alleine produziere ist natürlich neu. Insgesamt hat sich aber nicht viel geändert. Meine Musik ist immer noch so persönlich, wie früher.

    EINE Person, auf die Du Dich immer verlassen kannst?

    Auf mich selbst.

    EIN Grund, warum Du lieber solo auf der Bühne stehst?

    Ob Singen, Rappen, Schauspielen…Und das in einer Gruppe oder alleine – ich performe gerne, egal in welcher Form. Solange ich auf irgendeiner Bühne stehen kann, geht es mir gut.

    EINE Sache, die Du vermisst, wenn Du nicht performst?

    Ich liebe die Verbindung zum Publikum und dass ist es dann auch was ich vermisse, wenn ich nicht auf der Bühne stehe.

    Und gibt es EINE Sache, die Du vermisst seit Deinem Solodasein?

    Wie gesagt, ich performe nicht nur, sondern produziere jetzt auch komplett allein. Dass ich mich jetzt um vieles alleine kümmern muss, ist manchmal schon etwas anstrengend.

    Interview Nike Martens

    6. Mai 2012

    Paolo Roversi

    Paolo Roversi wurde 1947 in Ravenna geboren. Sein heutiges Markenzeichen, die 8×10 Zoll Polaroid-Kamera, setzt er erstmalig 1980 für eine Dior-Kampagne ein. Diese Kampagne schenkt ihm erste öffentliche Aufmerksamkeit. Ab 1970 arbeitet Roversi mit Associated Press. Für die Dokumentation der Beerdigung Ezra Pounds in Venedig, erhält er dort seinen ersten Auftrag. Im selben Jahr eröffnet Roversi ein Fotostudio in Ravenna. Er beginnt lokale Berühmtheiten und ihre Familien zu porträtieren.
Peter Knapp, den legendären Artdirector der Elle, lernt er 1971 kennen. Auf dessen Einladung besucht Roversi 1973 Paris, wo er bis heute lebt. Zunächst konzentriert er sich in seiner Arbeit auf Reportage Photographie. Doch seine Begeisterung für Photographen wie Avedon, Penn, Newton und andere wächst. In der Marie Claire

erscheint seine erste große Modestrecke. Mitte der 1980er Jahre bekommt Roversi Aufträge verschiedenster Modelabels aus aller Welt. Von Comme des Garcons, Yohil Yamamoto über Romeo Gigli und andere. Über diese Arbeiten erhält er die Chance sehr freie und persönliche Arbeiten zu veröffentlichen.
Auf seinen Reisen fotografiert er eine Vielzahl an Portraits, die teilweise in seinem Büchern „Angeli“ und „Al Moukalla“ zu finden sind.

    Roversis Blick auf die Mode ist jedoch alles andere, als klassisch veranlagt. Er inszeniert seine Protagonisten in oftmals in dunklen und undefinierten Umgebungen. Die Mode tritt dabei fast in den Hintergrund, der Fokus liegt auf Monochromen oder aber satten Farben und auf den Details des Dargestellten. Durch starke Kontraste bekommt seine Arbeit einen fast dreidimensionalen Charakter und die Gegenstände des Bildes scheinen zum Greifen nahe. Verschwommene Optiken und harte Schatten verdecken Teile des Gezeigten und heben andere besonders hervor. Obwohl oftmals starr und bewegungslos dargestellt, bekommen Roversis Protagonisten dadurch eine Lebendigkeit und Präsenz, die sie in den Fokus des Geschehens rücken lassen. Geschickt lenkt Roversi die Betrachter auf den von ihm ausgewählten Fixpunkt des Bildes und intensiviert durch sein spannendes Spiel der Kontraste die Anziehung seiner Fotografien.

    Fotos Paolo Roversi

    5. Mai 2012

    Upcoming Interview

    Nachdem sich das erfolgreiche niederländische Hip-Hop-Duo Pete Philly & Perquisite 2009 zum Schrecken aller Fans auflöste, erschien Anfang dieses Jahres nun das Soloalbum “One” von Pete Philly. Hip-Hop-lastige Lieder wie “Mystery Repeats”, mit denen das Duo uns einst beschallte, findet man darauf weniger. Minder eingängig sind Petes Solo-Klänge jedoch nicht – Ein Mix aus den alten Hip-Hop-Elementen und vor allem einer Menge Soul.

    25. April 2012

    Week #12

    Fotos Hannah Lucia Gilhooley, Make-up Johanna Hopfchen, Kleid Glaw

    21. April 2012

    Lina Scheynius

    Der Wechsel von Licht und Schatten ist eines von Lina Scheynius wesentlichen Stilmitteln. Teile des Fotografierten bleiben dabei im Verborgenen, andere rückt sie durch gekonnt eingesetzte Lichtquellen in den Fokus des Bildes. Mit diesem Spiel von Hell und Dunkel gelingt es ihr, ihren Arbeiten etwas Geheimnisvolles, fast Märchenhaftes zu verleihen. Durch ihre natürliche Inszenierung von Menschen und Natur erscheinen ihre Aufnahmen nahezu wie Momentaufnahmen von Stimmungen und Situationen - wie Schnappschüsse. Das lässt sich vielleicht darauf zurückführen, dass Lina Scheynius sich ihrem Beruf autodidaktisch näherte. Aufgewachsen in Trollhättan, Schweden, arbeitete sie vorerst als Model und fand darüber erst später zur Fotografie. Mit Selbstporträts und Aufnahmen von Freunden und Familie begann sie ihr Talent zu entwickeln. Diese Ursprünglichkeit und der private Charakter ihrer Fotografie ist auch heute noch in ihren Bildern erkennbar. Sie erfasst, so meint man jedenfalls, fast alltägliche Momente, die wenig gestellt und inszeniert wirken. Es scheint, als ob die Fotografierten die Kamera um sich herum vergessen. Dem Betrachter intime Einblicke gewähren und ihn einladen in ihre Gedankenwelt einzutauchen.


    Fotos Lina Scheynius

    16. April 2012

    Zirkus meets Tape TV

    Jason Mraz.Musiker.

    Berlin, den 29. Juni 2008: Ich sitze in einer Kneipe und starre auf den Fernseher. Um mich herum enttäuschte Gesichter – Deutschland hat im Finale der Europameisterschaft gegen Spanien verloren. Für Fußball interessiere ich mich ziemlich genau alle zwei Jahre. Zur EM und zur WM. In der Zeit gerate ich dann aber plötzlich in eine solche Fußball-Euphorie, dass mich diese Niederlage wirklich mitnahm. „Ich brauche jetzt irgendetwas, was mich aufbaut.“, denke ich mir und sehe mich im Raum um. Als hätte der Wirt mich gehört, stellt er die Musik an. Und da war sie plötzlich. Diese sanfte Männerstimme, die zu mir sang und diese wunderbaren Worte sagte: „I’m yours…this is our fate…it cannot wait…there’s no need to complicate…“ Wahnsinn, da verstand mich jemand, da war jemand für mich da und wusste genau, was ich in diesem Moment hören wollte. „Jason Mraz mit ‚I’m Yours’“, wie ich von dem netten Radiosprecher erfahre. Mein Tag war gerettet. Vier Jahre später: Ich sitze auf einem Berliner Dach und höre „We The Kings“ zu, die hier heute für Tape TV „Auf den Dächern“ auftreten. Ich warte auf ein Interview. Während ich zuhöre und warte, gucke ich links von mir und bekomme plötzlich Höhenangst. „Schnell wieder weggucken“, denke ich mir, drehe mich ruckartig nach rechts und da steht er auf einmal vor mir: Der Mann, dessen Stimme mir einst über meine Fußball-Enttäuschung hinweghalf. „Ich bin Jason, du hast ein paar Fragen an mich?“ Inklusive Höhenangst beginne ich mit ihm zu plaudern. Über Backpackingtouren, klassische Musik, seine Hutsammlung, den größten Irrglauben über Erfolge und vor allem – über sein neues Album “Love Is A Four Letter Word”. Das erscheint nämlich am 17.04.2012. in Deutschland. In Amerika erreichte es bereits Platz 1 der amerikanischen Downloadcharts. Hut auf Jason!

    Zum Interview

    Interview

    Liebe in vier Worten…

    “There is only Love”.

    Welche Geschichte möchtest Du uns mit “Love Is A Four Letter Word” erzählen?

    Hast du das Artwork für das Album gesehen, die vier verschiedenen Formen, die uns an unsere Kindheit erinnern? Das Album hat mit diesen vier Formen begonnen. Mich hat das Design sehr berührt und die Art, wie diese völlig normalen, bauklotzartigen Steine das Wort “Liebe” formten. Oder ich mich dazu entschied, darin dieses Wort zu erkennen. Ich dachte: “Ok, wenn ich mich dazu entscheiden kann in diesen vier simplen Formen Liebe zu erkennen, dann kann ich mich also genauso dazu entscheiden Liebe in anderen Menschen zu erkennnen oder im Spiegel oder in der Welt um mich herum. Liebe ist eine Frage der Entscheidung. Wir können entscheiden, ob wir sie sehen und erfahren wollen oder nicht. Sie ist immer da, auch wenn wir das manchmal vergessen. Und das hat mich dazu bewogen dieses Album zu schreiben. Ich wollte herausfinden, warum wir das manchmal vergessen. Oder warum wir glauben, dass sie uns nicht zur Verfügung steht. Warum hören wir auf Menschen zu lieben? Viele meiner Lieder für das Album sind daraus entstanden, dass ich etwas vermisst habe. Dass ich die Liebe ein Stück weit verloren hatte und wissen wollte, woher das kam, sie neu definieren und erwecken wollte.

    Wie war Deine Backpacking Tour durch Europa?

    Großartig. Durch die Möglichkeit in der ganzen Welt spielen zu können, reise ich permanent und habe dabei schnell gemerkt, wie sehr das meine Kreativität anregt. Diese Sehnsucht, die es in dir weckt. Du sehnst dich nach deinem Zuhause, wenn du unterwegs bist und wenn du zu Hause bist, dann sehnst du dich nach der Welt. Vor meinen letzten beiden Alben habe ich also irgendwelche Abenteuertrips gemacht. Die mich aus meiner Komfortzone gebracht haben – sehen, entdecken, neue Menschen treffen. Wenn ich backpacke, spreche ich manchmal zwei Wochen mit niemandem. Was großartig ist. Sich ins Café zu setzen und kein Wort zu reden und nur zuzuschauen. Oder umgekehrt direkt einzutauchen und zig verschiedene Leute treffen. Das bringt mich zurück zum Schreiben, in meine Praxis, in meinen Fluss.

    Verspürst Du einen gewissen Druck mit jedem Album erfolgreicher werden zu müssen? 

    Ein bisschen. Ich versuche das aber abzuschalten. Ich frage mich dann immer: “Warum erzählt Ihr mir das?” – Es ist überflüssig, ich will doch auch gut sein. Es bringt nichts zu versuchen, dass ein Album kommerziell erfolgreich ist. Das ist nicht vorhersehbar, du kannst es einfach nicht wissen. Den einzigen Druck, den ich mir mache, ist sicherzustellen, dass jedes meiner Lieder von Herzen kommt. Dass ich etwas dazu fühle und es nicht einfach nur ein Produkt von cleveren Liederschreiben ist. Sondern ein Ergebnis von Dingen, die ich verstanden und gelernt habe oder ein Wunder, das ich erlebt habe. Wenn ich ausreichend dieser Erfahrungen gesammelt habe, und das dauert manchmal etwas, dann beginne ich ein Album zusammenzustellen.

    Der größte Irrglaube über Ruhm und Erfolg?

    Dass Leute glauben, dass ich weiß, was ich tue. Und dass alles, was ich sage und mache final und endgültig ist. Wenn ich mich in einer bestimmten Weise kleide, bin ich dies, wenn ich etwas sage, dann bin ich das. Aber, wie jeder Mensch, entwickle auch ich mich ständig weiter, entfalte mich und wachse. Wenn du etwas Neues siehst, was dich interessiert, dann möchtest du dem folgen. Der größte Irrglaube ist also, glaube ich, dass die Menschen dich auf eine ganz bestimmte Art und Weise sehen wollen. Und wenn du dann plötzlich anders bist, anders aussiehst oder andere Dinge sagst, verstehen sie es nicht: “ Lässt du deine Haare jetzt langwachsen, wieso datest du jemand anderen und warum sagst du heute andere Dinge, als damals?” Ich und alles, was ich sage und tue, ist nie final und für immer gültig.

    Wenn es morgen keine Musik mehr gäbe – was würdest Du tun?

    Es gibt ein Lied, das ich ziemlich häufig höre – “Bizet” von Rolando Villazon zusammen mit Michelle Plasson. Das wäre wahrscheinlich das Beerdigungslied für die Musik. Ich würde es ziemlich laut aufdrehen, auf “repeat” hören und dabei sehr laut heulen. Vielleicht würde ich auch noch eine letzte, ultimative Playlist anlegen, einen großen Doobie (damit meint Jason eine Marihuana-Zigarette) drehen und weiterheulen. In die Mitternachtsstunden hinein, bis die Musik für immer ausgeschaltet wird. Der letzte Tag müsste romantisch sein, verstehst du.

    Warum trägst Du immer Hüte?

    Die Frage habe ich mir auch schon mal gestellt. Ich trage sie seit der zweiten Klasse. Ich habe das neulich gerade wieder festgestellt, als ich ein Schulfoto von mir fand, wo ich eben einen Hut aufhabe. In letzter Zeit habe ich etwas herumexperimentiert keinen zu tragen, aber weißt du was – ich fühle mich irgendwie nackt ohne.

    Interview Nike Martens

    14. April 2012

    Week #11

    Fotos Hannah Lucia Gilhooley, Make-up Johanna Hopfchen

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